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Brandschutzschalter

Dieser Bereich ist für eine Diskussion allgemeiner elektrischer Probleme, die nicht LCN spezifisch sind, vorgesehen. Hier geht es um Erdung, Null-Probleme, Abschirmung, RCDs, VDE und ....

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#1 Brandschutzschalter

Beitragvon Chris » So 23. Okt 2016, 21:03

Hallo Leute,

ich war heute auf der Sonepar Messe und hab mir einen Vortrag zum Thema Brandschutzschalter angehört. Da das Thema mich schon länger beschäftigt hatte ich gehofft nach diesem Vortrag etwas entspannter damit um zu gehen. Folgende große Probleme sind mir dabei aufgefallen die ich hier gerne mit offener Kritik diskutieren würde.

1. Es gibt so weit mir momentan bekannt ist nur zwei Hersteller die so ein Teil bauen (Siemens unde Eaton). Hager arbeitet daran.

2. Eaton hat nur einen mit integrierten RCD, was den Einsatz zusammen mit LCN etwas schwierig machen würde. Da bräuchte man ja einen Schaltschrank 10x so groß wie sonst und einige Kilo-Euro für IS und Brandschutschalter.

3. Der Preis pro Schalter ohne RCD von Siemens liegt etwa bei 100€. Wenn ich das mal auf ein normales Einfamilienhaus umrechne wären das ja schon 3-5K€ nur für die Brandschutzschalter.

Wie werdet ihr in Zukunft (ab Ende 2017) das handhaben. Ich hab gerade ein Holzhaus mit LCN...ich hoffe nur das die Fertigstellung vor 2017 statt findet.


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#2 Re: Brandschutzschalter

Beitragvon oliwel » So 23. Okt 2016, 21:29

Ich muß ehrlich sagen das ich dazu bisher nichts gehört habe aber so wie ich die Kommentare zur Norm verstehe ist der Schalter in privaten Gebäuden keine Pflicht - da steht nur was von Pflegeeinrichtungen und Heimen sowie ein für mich etwas unverständlicher Hinweis auf Schlafräume in barrierefreien Wohnungen nach DIN sowieso. Selbst wenn ein Privathaus darunter fällt sind wir dann m.E. bei 3 bis 5 Schaltern und somit 500 Euro, nicht 5000...

Oli


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#3 Re: Brandschutzschalter

Beitragvon Chris » So 23. Okt 2016, 22:14

So wie ich das interpretiere auch in Holzhäuser.

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#4 Re: Brandschutzschalter

Beitragvon Uwe » So 23. Okt 2016, 22:40

Moin Moin,
ich sehe diese ganzen Normänderungen/anpassungen auch mit sehr gemischten Gefühlen.
Gelesen/verstanden habe ich das Thema Brandschutzschalter ähnlich wie Oli.
Auch eine Verteuerung um 'nur' 500€ wäre (bei uns im Norden) schon für eine normale "billige" Installation ein Mehrpreis von 10%, was die Bauherren sicher mal nicht 'witzig' finden.

Ich hätte noch so ein Thema:
da geht es um die Berechnung einer (Wärme)Verlustleistung im Schrank, die dem EVU nachzuweisen ist - sonst gibt es keinen Zähler.
Solche Angaben gibt es für LCN-Module nicht ...
Ich diskutiere das aktuell mit einem Elektromeister aus dem Großraum Hannover - die betreffenden Stadtwerke Hannover hätte Issendorff also quasi vor der Haustür. Da ich die "Götter von ernercity" durchaus aus meiner aktiven Zeit auch kenne, könnte das im GAU das 'aus' für LCN in Hannover bedeuten.

Für beide Fälle gilt für mich aber: ich finde keine eindeutigen Unterlagen im Netz. Man arbeitet daran ... und macht schon mal die Pferde scheu.

Grüße, Uwe - der Interpretationen früher auch gerne als 'Gummiparagraphen' bezeichnet hat
----------------o00o----'(_)'----o00o---------------------

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LuckyLPA
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#5 Re: Brandschutzschalter

Beitragvon LuckyLPA » Mo 24. Okt 2016, 07:51

moin.

vielleicht lest ihr euch die entsprechnende Vorschrift einfach mal durch... VDE0100-420

... holzverarbeitende Betriebe, Papier- und Textilfabriken, also dort, wo potenziell brennbare Materialien vorhanden sind. ... wenn sich dort unersetzbare Güter befinden. ... In Schlaf- und Aufenthaltsräumen von Kindertagesstätten und Seniorenheimen... dort wo eine Evakuierung schwierig ist, ist der Brandschutzschalter verpflichtend ...


Habe mal ein paar Sachen dort rausgezogen. Mit anderen Worten ... in öffentlichen Bereichen und nicht im Privathaushalt. Ein Holzhaus ist bei fachgerechter Errichtung auch nicht Brandgefärdeter, als ein "normales" Haus.
Bei der Formulierung "potenziell brennbare Materialien" muss ich schmunzeln, denn... Gummiformulierung!!!

mfg Carsten, der nicht alles so heiss isst, wie es gekocht wird :lol:
Wenn du Hufgetrappel hörst, denk an Pferde und nicht an Zebras.


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#6 Re: Brandschutzschalter

Beitragvon oliwel » Mo 24. Okt 2016, 17:40

LuckyLPA hat geschrieben:vielleicht lest ihr euch die entsprechnende Vorschrift einfach mal durch... VDE0100-420


Nachdem die VDE ja leider ihre Vorschriften hinter einer "Paywall" versteckt, hat "man" die nicht so unbedingt zur Hand wenn man damit nicht beruflich zu tun hat....

Hast du eine Ahnung was sich dahinter verbirgt:

in Schlaf- und Aufenthaltsräumen von barrierefreien Wohnungen nach DIN 18040-2


Ich hab die DIN leider auch nur als Auszug im Internet gefunden, aber diese bezieht sich m.E. schon auch auch privat genutzte Gebäude.

Oli


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#7 Re: Brandschutzschalter

Beitragvon Chris » Mo 24. Okt 2016, 21:26

Da wären wir mal wieder bei der Auslegung der VDE. Ich hab mir die 420 nun 3x durchgelesen und frage mich was die Leute für Drogen nehmen. Kann man nicht einfach klipp und klar schreiben was Sache ist. Hab das hier auch noch gefunden.

http://www.efg-gruppe.de/sites/efg-grup ... dung_0.pdf

Im Brandfall wird es sicherlich wieder gegen einen verwendet.


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#8 Re: Brandschutzschalter

Beitragvon hocky » Mo 24. Okt 2016, 21:44

Moin,

Im Brandfall wird es sicherlich wieder gegen einen verwendet.


mal so als Laie gefragt:
Ist einem von Euch Profis je mal ein Fall bekannt geworden wo ein Elektriker-Kollege wirklich dran war wegen einer nicht-VDE-gerechten Installation? Mir kommt das immer alles sehr als Empfehlung vor...
Die härteste Formulierung in dem verlinkten Dokument ist dann auch sollten AFDD´s auf jeden Fall eingesetzt werden. - die Formulierung an sich ist ja schon lachhaft. :rolleyes: "sollten auf jeden Fall"....
--
Grüße, Hocky

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#9 Re: Brandschutzschalter

Beitragvon Beleuchtfix » Mo 24. Okt 2016, 23:31

Imho ist die VDE immer eine Empfehlung, aber juristisch gesehen "Stand der Technik". Ich hoffe, dass alle hier keine Erfahrung mit Schäden haben, die durch Elektrik ausgelöst wurde, die sie selber installiert haben. In dem Moment ist man dann plötzlich unter Beweispflicht, dass die Art, wie es installiert wurde, nicht Schadensursache war.

Außerdem bietet es dem Kunden auch sehr schnell die Möglichkeit, Zahlungen zu verweigern. Auch DIN Normen sind meines Wissens nach nur Empfehlungen, aber man sollte schon einen sehr guten Grund haben, davon abzuweichen.

Gruß
Florian


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